Drop-out Anime: Schwarzesmasken

Das ging schneller als erwartet. Ich habe den ersten Anime dieser Sasion, den ich nicht weiter schauen werde. Wobei ich denn auch zugeben muss, dass ich ihn schauen wollte, weil er in der DDR spielt und ich dachte, da kann ich vielleicht das eine oder andere wiedererkennen. In dieser Hinsicht war die erste Folge auch enttäuschend.

Aber vorne angefangen. Zunächst fällt ja schon beim Titel auf, dass hier wohl niemand einen deutschen gefragt hat. Das nehme ich den Japanern zwar nicht übel, aber wir hätten wohl eher "schwarze Masken" oder "Schwarzmasken" gesagt. Auch die Namen sind nicht gerade das, was in den 60ern/70ern modern war.

Dann zum Inhalt. Nun denn, es ist ein millitärischer Mecha-Anime, und es gibt eine Alien-Invasion. Zu diesem Punkt erwartet man also schon jede Menge Fiktion. Was mich aber sehr stört ist, dass an dem Anime so gar nichts wie in der DDR wirkt. Und, der Feind ist nicht nur BETA, der Feind ist auch das Land? Ich habe ja auch in der Schule schon Filme über die Stasi gesehen, die sie in sehr schlechtem Licht dastehen gelassen haben, aber das geht jetzt zu weit. Das ist eher wie in den ganzen Distopien, die wir im Englischunterricht gelesen haben. Ich kenne doch genug Leute, welche in der DDR ein glückliches Leben geführt haben. Und die IMs (im Anime als Stasi-Informant bezeichnet) waren letztendlich auch normale, fühlende Menschen und keine kaltblütigen Petzen. Die meisten zumindest. Hier geht mir der Anime zu weit, die DDR als böse darzustellen.

Dazu kommt, dass plötzlich eine 15jährige(!) Bundeswehr(!)soldatin auftaucht, die wohl die kleine Schwester(!) von einem NVA-Soldat(!) ist, und die der NVA(!) beitritt. Ok, es ist Fiktion, aber ein weiterer Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringen kann. Man muss nicht sämtliche Eigenschaften eines Hauptcharakters aus der Absurditätenkiste holen.

Und dann, wie schon anfangs erwähnt: Nichts sieht nach Deutschland aus. Oder eher, man kann nichts erkennen, woran man etwas hätte festmachen können. In der Nähe von Frankfurt (Oder), ca. 6 km von der Oder entfernt? Zuerst wurde sogar nur eine weiße Schneewüste gezeigt, ohne irgendetwas. Ich meine, wenn Animes in Japan spielen, sieht man immer irgend etwas, was man als deutscher zwar meist übersieht, aber wenn man mal in Japan war erkennt man doch diverse Details. Und wenn man schon nicht die Landschaft erkennt, so doch mindestens typische, für das Japan der jeweiligen Zeit typische "Hintergründe". Nichts dergleichen. Sogar da, wo die Oder gezeigt wurde, kam mir das eher wie ein generischer Fluss vor. Von der Stadt war gar nichts zu sehen.
Damit hat mir der Anime also auch das, was ich erhofft hatte, nicht gebeten, nämlich mal zu sehen wie sich die Japaner Deutschland vorstellen.

Im Endeffekt brachte die erste Folge für mich mehr Enttäuschungen, und noch einen generischen Mecha-gegen-Aliens-Anime brauche ich nicht. Da kann ich meine Zeit sicher besser nutzen.